Hygiene- und Reinigungslexikon

Lexikon rund um das Thema Reinigung und Hygiene

Das Reinigungslexikon und Hygienelexikon von Hygiene-Shop soll Ihnen helfen Fachausdrücke aus der Hygiene- und Reinigungstechnik leichter zu verstehen. Gerade Hygieneartikel, Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel werden oft mit Fachbegriffen beschrieben die oft nicht für jeden leicht zu verstehen sind. Im Bereich Gebäudereinigung informieren wir Sie stetig über neue Reinigungsverfahren für die Grundreinigung, Unterhaltsreinigung, Teppichbodenreinigung und Glasreinigung. Speziell für den Lebensmittelbereich erhalten Sie bei uns auch alle Informationen zum Thema HACCP-Richtlinien. Zusätzlich stellen wir Ihnen auch sehr detailierte Informationen über spezielle Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Sollte Ihr gesuchter Begriff noch nicht in unserem Lexikon für Hygiene und Reinigung verzeichnet sein so beraten wir Sie natürlich auch gerne telefonisch. Das Lexikon für Hygiene, Reinigung und Desinfektion befindet sich derzeit noch im Aufbau.

Hygiene- und Reinigungslexikon

 
A
 

Abklatschtest Ein Abklatschtest hilft z. B. eine erfolgte Flächendesinfektion zu kontrollieren. Eine zu prüfende Fläche wird mittels Abklatschfolie (Nährboden für Bakterien) berührt und unter bestimmten Zeit- und Temperaturkriterien (üblicherweise 48 Stunden bei 37° C) bebrütet. Somit kann dann die Menge der gewachsenen Bakterien (Kolonien) mikrobiologisch bestimmt werden.

Adenovirus Die unbehüllten Adenoviren können Atemwegsinfektionen, Magen-Darm-Infektionen und Bindehautentzündungen im Auge verursachen. Das Adenovirus wird weltweit als Testvirus in der Desinfektionsmittelprüfung eingesetzt, um eine viruzide Wirksamkeit nachzuweisen.

Aldehyde Aldehyde werden als Basiswirkstoff in vielen Desinfektionsmitteln eingesetzt, insbesondere zur Flächen- und Instrumentendesinfektion. Sie wirken abhängig von der Dosierung viruzid, also sowohl gegen behüllte, als auch gegen unbehüllte Viren.

Alkohole Dienen als Basiswirkstoff in vielen Desinfektionsmitteln. Je nach Alkoholkonzentration und Alkoholtyp können Alkohole Wirksamkeit gegen Bakterien, Pilze und Viren (behüllt/unbehüllt) entwickeln. Bakteriensporen bleiben allerdings unbeeinflusst.

Alkoholreiniger Reinigungsmittel auf Alkoholbasis, ideal für die Reinigung glänzender Böden und glatter Oberflächen. Alkoholglanzreiniger hinterlassen keine Rückstände und trocknen bei richtiger Dosierung völlig streifenfrei ab.

Antibakteriell bedeutet gegen Bakterien gerichtet. Bei einer antibakteriellen Wirkung wird zudem zwischen einer bakteriziden (abtötend) und einer bakteriostatischen (vermehrungshemmend) Wirkung unterschieden.

Antimikrobiell bedeuet wirksam gegen Mikroorganismen. Antimikrobiell ist ein allgemeiner Wirksamkeitsbegriff. Er macht allerdings keine Angaben zu Art und Umfang der Wirkung.

Antiseptikum Ein Antiseptikum ist ein Produkt, welches Krankheitserreger auf lebendem Gewebe, wie Haut oder Schleimhäuten, abtötet. Dies wird nötig, wenn die natürliche Schutzbarriere der Haut durch invasive Maßnahmen wie Injektionen, Punktionen oder Operationen durchdrungen wird. Hierbei können eigentlich harmlose, residente Keime (Bakterien, die zur körpereigenen Hautflora gehören) durch eine Kanüle oder ein Skalpell ins sterile Körperinnere gelangen und Infektionen wie Abszesse, Venenentzündungen oder sogar lebensbedrohliche Sepsen auslösen. Daher ist eine konsequente Hautantiseptik unverzichtbar.

Antiseptik / Antisepsis Maßnahmen, um keimarme oder sterile Bedingungen an der Eingangspforte einer möglichen Infektion bzw. am Infektionsherd auf der Körperoberfläche (wie Haut, Schleimhaut, Wunden) oder operativ freigelegten Arealen zu schaffen.

Armhebelspender Dosierspender, der mit einem Bedienhebel betätigt werden kann. Dosierspender mit Armhebel werden beispielsweise für die hygienische Ausgabe von Seifen und Händedesinfektionsmitteln in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und im Küchenbereich eingesetzt.

Autoklavierung Sterilisationsmethode, die unter feuchter Hitze mit Dampfdruck durchgeführt wird. Das Autoklavier-Gerät wird zur Sterilisation medizinischer Instrumente, Operationswäsche, Tupfer, etc. verwendet. Selbst hitzeunempfindliche Bakteriensporen können durch Autoklavierung unschädlich gemacht werden.

 
B

BakterienEinzellige Mikroorganismen mit kugeliger (Kokken), stäbchenförmiger (Stäbchen) oder schraubenförmiger (Schrauben) Grundform. Sie besitzen keinen Zellkern, ihre DNA befindet sich im Zytoplasma.

Bakterizid Eine Substanz (z. B. Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion und Flächendesinfektion), die Bakterien abtötet.

Bakteriostatikum Eine Substanz, welche das Wachstum von Bakterien hemmt.

Begrenzt Viruzid Die meisten klinisch relevanten Erreger lassen sich mit einem begrenzt-viruziden Hände-Desinfektionsmittel inaktivieren. Begrenzt viruzid wirkende Desinfektionsmittel wirken gegen behüllte Viren. Siehe auch Wirksamkeitsstufen „viruzid“ und „begrenzt viruzid plus“. Die Wirksamkeit gegen behüllte Viren deckt die wichtigsten Viren ab, die als Erreger mit hoher Priorität eingeordnet werden, z.B. HIV, HBV und HCV, aber auch die Influenzaviren, das Respiratorische Synzytial Virus (RSV) oder das Ebolavirus. Dies entspricht sozusagen der ersten Wirksamkeitsstufe der viruswirksamen Desinfektion.

Begrenzt viruzid PLUS Begrenzt viruzid PLUS wirksame Desinfektionsmittel wirken nicht nur gegen behüllte Viren, sondern auch gegen die drei unbehüllten Viren des Typs Noro, Adeno und Rota. In der stationären und ambulanten medizinischen Pflege bzw. in öffentlichen Einrichtungen stellen Noro-, Adeno- und Rotaviren die epidemiologisch häufigsten viralen Infektionserreger dar. Desinfektionsmittel, die begrenzt viruzid PLUS wirken, entsprechen der Wirksamkeitsstufe 2. Sie können ganzjährig für die prophylaktische Desinfektion eingesetzt werden. Das ist praktisch, da ein Auswechseln des Desinfektionsmittels je nach saisonaler Virenbelastung entfällt.

Behüllte Viren Verfügen über eine Lipidmembran. Zu den behüllten Viren gehören beispielsweise HIV, HBV, HCV sowie die Influenzaviren (Grippeviren) der Gattung A, B, und C. Die Lipidmembran kann durch Alkohole, z. B. Propanol oder Ethanol zerstört werden.

Bodenbeschichtung Bei einer Bodenbeschichtung wird nach der Grundreinigung ein Beschichtungsmittel bzw. eine Bodenversiegelung auf den Bodenbelag aufgetragen. Die aufgetragene Versiegelung schützt den Boden und verleiht alten Böden wieder einen schönen Glanz. Bei der Bodenreinigung gleitet der Wischmopp leichter über beschichtete Böden, somit wird beim Wischen weniger Kraft benötigt.

 
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Candida Albicans Kapselloser Hefepilz, vermehrt sich durch Sprossung. Candida Albicans ist der häufigste Erreger von Pilzinfektionen in Mundhöhle, Rachen, Vagina, Nagelbett und auf der Haut.

Chemie Im Reinigungsbereich werden Reinigungsmittel auch mit dem Wort "Chemie" bezeichnet. Die Chemie ist eine Naturwissenschaft, in der der Aufbau, die Eigenschaften und Umwandlungen von Elementen und Verbindungen untersucht werden.

Chirurgische Händedesinfektion Bei diesem Desinfektionsverfahren werden die Hände und Unterarme vor dem Anlegen steriler OP-Handschuhe mit einem Hände-Desinfektionsmittel eingerieben, das gegen die mikrobielle Flora der Haut gerichtet ist. Die Einwirkzeit beträgt je nach Desinfektionsmittel zwischen 5, 3 oder 1,5 Minuten. 

CLP-VerordnungDie CLP-Verordnung (auch bekannt als EG Nr. 1272/2008) ist eine EU-Chemikalienverordnung. CLP steht für Classification, Labelling and Packaging, also für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen. Die CLP-Verordnung setzt das Global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (siehe auch GHS) der UNO um. Als EU-Verordnung besitzt die CLP-Verordnung gleichermaßen und unmittelbar in allen Mitgliedstaaten Gültigkeit.

 
D
 

Dampfsterilisation siehe Autoklavierung

Dekontamination Die Dekontamination ist die Reduktion von Mikroorganismen. Für die hygienische Händewaschung mit desinfizierender Wirkung wird Dekontaminationsseife verwendet.

Desinfektion Maßnahme zur Abtötung aller krankheitserregenden Keime. Die mit Desinfektionsmittel behandelten Flächen und Hautpartien können nicht mehr infizieren. Für die Desinfektion stehen Ihnen sämtliche Händedesinfektionsmittel, Flächendesinfektionsmittel und Desinfektionsreiniger mit unterschiedlichen Eigenschaften und Wirkungsspektren zur Verfügung. Desinfektionsmittel für die Flächendesinfektion sind als gebrauchsfertige Desinfektionslösung oder auch als Desinfektionsmittel-Konzentrat erhältlich. Für die desinfizierende Reinigung von Böden und Oberflächen werden Desinfektionsreiniger verwendet.

Desinfektionsmittel Mittel zur Händedesinfektion, Hautdesinfektion, Flächendesinfektion und Instrumentendesinfektion.

Desinfektionsplan Dient der Infektionsverhütung. Ein Desinfektionsplan legt arbeitsplatz- bzw. abteilungsbezogene Verfahren zur Desinfektion fest. Er nennt die genauen Desinfektionsschritte am Arbeitsplatz: Wer muss desinfizieren? Was? Wann? Womit? Wie? Wie lange? Meist enthält dieser Plan auch Vorgaben zu Reinigungsprozessen. Auch Maßnahmen zur Kontrolle der Einhaltung aller festgelegten Desinfektionsschritte werden im Desinfektionsplan fixiert. Er ist wichtiger Bestandteil eines sogenannten Hygieneplans, der im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes erforderlich ist.

DGHM Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie e.V.

DGHM-Liste Desinfektionsmittelliste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie. Seit dem 1.1.2006 wird die DGHM-Liste von der VAH (Desinfektionsmittel-Kommission des Verbunds für Angewandte Hygiene e.V.) herausgegeben.

DGKH Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

Dosiersieb Das Dosiersieb kann bei der Reinigung von Mopps zum Einsatz kommen. Hierbei wird der Mopp in eine Desinfektionslösung eingetaucht und anschließend zum Abtropfen (der überschüssigen Lösung) auf das Dosiersieb gelegt. Zur Verhinderung einer Kreuzkontaminierung und um eine stets saubere Lösung zu bewahren, wird der Überzug regelmäßig gewechselt.

Dosierspender Spendersysteme zur Dosierung von Desinfektionsmittel, Seifen, Handwaschpasten und Hautschutzmittel werden als Dosierspender bezeichnet. Seifenspender, Desinfektionsspender und Handwaschpastenspender finden Sie unter der Kategorie Hygienespender.

DVG Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.

DVV Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V.: Die Leitlinie der DVV zur Prüfung chemischer Desinfektionsmittel für den human-medizinischen Einsatzbereich erteilt exakte Testbedingungsvorgaben. Ziel ist eine Prüfung der Mittel auf ihre umfassende Viruswirksamkeit. Hierbei wird der Test an einer vorgeschriebenen Gruppe von behüllten und unbehüllten Viren getestet. Besteht ein Produkt diesen Test, kann es als viruzid bezeichnet werden. In Einzelfällen kann dann die gleiche Anwendungsempfehlung gegenüber anderen, nicht geprüften Viren ausgesprochen werden. Es lässt sich aber keine allgemeingültige Aussage der Wirksamkeit des geprüften Mittels auf andere ungeprüfte Viren schlussfolgern. Vorgeschriebene Testviren sind:
1. Unbehüllte Viren: Adenovirus, Norovirus, Polyomavirus (SV 40), Poliovirus
2. Behüllte Viren: Vakziniavirus, BVDV, Influenza A, B, C

 
E
 

Einreibemethode Bezeichnet ein spezielles Vorgehen beim Einreiben der Hände mit Desinfektionsmittel zur Hautdesinfektion. Es gibt ein sogenanntes Standardeinreibeverfahren mit sechs vorgeschriebenen Schritten, das einen größtmöglichen Desinfektionserfolg gewährleistet. Nach diesem Verfahren werden auch Handdesinfektionsmittel gemäß EN 1500 auf deren Wirksamkeit geprüft. 2008 kam eine neuere wissenschaftliche Studie allerdings zu dem Ergebnis, dass eine eigenverantwortliche Einreibemethode mit einer Einwirkzeit von 20 bis 30 Sekunden die Haut besser mit Desinfektionsmittel benetzt, als die seit 1970 geltende 6-Schritte-Methode. Generell sollte jede Einreibemethode  bzw. die Benetzung der Hände regelmäßig in Schulungen trainiert werden.

Einstufiges Nasswischverfahren Verfahren zur Bodenreinigung bzw. Boden-Desinfektion. Die Lösung wird mit einem getränkten Mopp auf den Boden aufgetragen. Verschmutzungen werden so aufgeweicht, gelöst und entfernt. Die zurückgebliebene Flüssigkeit lässt man einfach abtrocknen, wodurch die Desinfektionswirkstoffe Zeit haben, sich an die Bakterien anzulagern und diese abzutöten.

EN 1500 Tests für Desinfektionsmittel zur hygienischen Händedesinfektion, gemäß europäischer Norm. Hierbei wird die bakterizide Wirkung praxisnah getestet.

EN 12791 Tests für Desinfektionsmittel zur chirurgischen Händedesinfektion, gemäß europäischer Norm. Hierbei wird die bakterizide Wirkung praxisnah getestet.

Ethanol Zur Gruppe der Alkohole gehörender, kurzkettiger und wasserlöslicher Alkohol. Ethanol ist in hohen Konzentrationen (>70 % v/v) gegen unbehüllte Viren wirksam. Jedoch müssen hierbei längere Einwirkzeiten berücksichtigt werden.

 
F
 

FalzartenFalthandtücher oder Papierhandtücher können passend für die unterschiedlichen Handtuchspender verschieden gefalzt werden:

  • Zick-Zack-Falz (ZZ-Falz oder V-Falz)

  • Lagen-Falz (C-Falz oder CZ-Falz)

  • Interfold-Falz wird unterschieden in Z-Falz und W-Falz

  • Klicken Sie auf Falthandtücher, um ausführliche Erläuterungen in einer übersichtlichen Grafik zu erhalten.

    Farbcodierung Farbige Reinigungsutensilien wie Tücher werden bestimmten Bereichen zugeordnet und nur dort eingesetzt. So kann man sichergehen, dass beispielsweise mit einem Tuch für den Sanitärbereich keine Küche gewischt wird und somit keine Keimübertragung stattfindet. Außerdem vermeidet dies Schäden an sensiblen Oberflächen, da nur die richtigen Tücher und Reinigungs- und Desinfektionsflotten eingesetzt werden. In der Farbcodierung sind Eimer, Tücher sowie Reinigungsschwämme enthalten. Wird auch das vier-Farben-System und Color-Code-System genannt.

    Flächendesinfektion Das Flächendesinfektionsverfahren inaktiviert Erreger auf unbelebten Oberflächen.

    Flächendesinfektionsmittel Zur Desinfektion von Oberflächen und Böden kommen sogenannte "Flächendesinfektionsmittel" oder "Desinfektionsreiniger" zum Einsatz. Mit Durchführung einer Sprühdesinfektion bzw. Wischdesinfektion können Sie sämtliche Böden und Einrichtungsgegenstände von Bakterien, Viren und Pilzen befreien. Wir empfehlen Ihnen nur nach VAH oder RKI gelistete Desinfektionsmittel für Flächen zu verwenden. Für die Desinfektion von Kunststoff-Flächen sollten unbedingt nur Produkte mit einem geringen Alkoholanteil verwendet werden.

    Formaldehyd Ein zur Gruppe der Aldehyde gehörendes, farbloses und stark riechendes, gasförmiges Aldehyd. Formaldehyd besitzt sehr gute Desinfektionseigenschaften und wird in Mitteln zur Flächen- und Instrumentendesinfektion eingesetzt. Es muss allerdings vorsichtig dosiert werden und darf nur in speziellen infektologischen Risikosituationen zum Einsatz kommen, da es im Tierversuch bei hohen Atemluftkonzentrationen kanzerogen wirkte und auch als Allergen bekannt ist.

    Fungistase Wachstums- und Vermehrungshemmung von Pilzen.

    Fungizid Eine fungizide Substanz (z. B. Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion und Flächendesinfektion), wirkt abtötend auf Pilze.

     
    G
     

    GCPSteht für „Good Clinical Practices“, also „Gute Klinische Praxis“. Diese US- bzw. EG-Richtlinie legt Qualitätsstandards für die klinische Erprobung von Arzneimitteln fest.

    Gefahrenhinweisesiehe GHS-Verordnung

    GHS-VerordnungSteht für „Globally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals“. Übersetzt bedeutet dies „Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien“. Diese Verordnung der Vereinten Nationen beschreibt ein weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern. GHS bildet auch die Basis für die seit 2009 gültige europäische CLP-Verordnung. Die Grundidee: Einheitliche Gefahren-Piktogramme und Texte minimieren das Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei Herstellung, Transport und Verwendung von Chemikalien bzw. Gefahrstoffen weltweit. Laut GHS müssen solche Gefahrenstoffe folgendermaßen ausgezeichnet werden:

    1. Gefahrenpiktogramm:

  • Ggf. mit einem gemeinsamen Signalwort („Achtung“ oder „Gefahr“). Die bisher in der EU geltenden Kennzeichnungsmethoden für Gefahrstoffe werden ersetzt; an die Stelle der veralteten Gefahrensymbole mit ihren Gefahrenbezeichnungen treten nun die Gefahrenpiktogramme.
  • 2. Gefahren- und Sicherheitshinweise:

  • H-Sätze (Hazard Statements) für Gefahrenhinweise: Sie beschreiben Gefährdungen, die von den chemischen Stoffen oder Zubereitungen ausgehen.
  • P-Sätze (Precautionary Statements) für Sicherheitshinweise: Sie geben Sicherheitshinweise im Umgang damit.
  • EUH-Sätze (besondere Gefährdungen) sind Gefahrenhinweise, die aus DSD und DPD übernommen, aber noch nicht in das GHS aufgenommen wurden.
    Die Hinweistexte werden mit einer dreistelligen Nummer kodiert. Die erste Ziffer steht für die Gruppierung der Gefahr bzw. des Sicherheitshinweises. Die letzten beiden Stellen sind laufende Nummern, bei den H-Sätzen entsprechend den Gefahrenklassen gruppiert. Weitere Unterteilungen mit nachgestellten Buchstaben kommen vor.
  • Gram-negativ Klassifikation von Bakterien nach dem Aufbau Ihrer Zellwand mithilfe des Gramschen Färbeverfahrens. Gram-negative Bakterien zeigen ein rotes „Gramverhalten“.

    Gram-positiv Klassifikation von Bakterien nach dem Aufbau Ihrer Zellwand mithilfe des Gramschen Färbeverfahrens. Gram-positive Bakterien zeigen ein blaues „Gramverhalten“. Ursache hierfür sind die dicken Zellwände der Bakterien.

     
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    HACCP Qualitätssicherungsmethode in der Lebensmittelindustrie und im Großküchenbereich. Der Hauptfokus liegt auf dem Bereich Hygiene, insbesondere der Personal- und Flächenhygiene. (HACCP = Hazard Analyzis of Critical Control Points).

    Händedesinfektionsmittel Zur Verringerung von Krankheitserregern auf den Händen werden die Hände mit einem Händedesinfektionsmittel eingerieben. Nosokomiale, also sogenannte Krankenhausinfektionen werden durch eine richtige Händedesinfektion verhindert. Um ein optimales Desinfektionsergebnis zu erzielen ist es wichtig, dass bei der hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion die Einwirkzeit des verwendeten Desinfektionsmittels eingehalten wird. Die Hände müssen gut mit Handdesinfektionsmittel benetzt und gründlich eingerieben werden. Während der gesamten Einwirkzeit müssen die Hände stets feucht gehalten werden. Generell gelten Handdesinfektionsmittel auf alkoholischer Basis zum Einreiben als gut hautverträglich, da die Lipide in der Hornschicht der Haut beim Auftragen zwar leicht angelöst werden, aber nicht von der Haut abgespült werden (im Vergleich zu Waschpräparaten).

    Hautschutz Gesunde Haut ist der beste Schutz vor schädigenden Einflüssen. Ein ganzheitlicher Hautschutz besteht daher aus drei Pflegeschritten: Hautreinigung (z. B. mit einer Waschlotion), Hautpflege (z. B. mit einer Creme zur Regeneration der Haut) und Hautschutz (z. B. spezielle Arbeitshandschuhe oder Schutzsalben).

    Hefen Eine Pilzart, deren Zellen sich zu großen, eiförmigen Sprossverbänden formieren.

    Hospitalismus Auch nosokomiale Infektion genannt. Im Krankenhaus erworbene Infektion. 

    Hygienepapier Putztuchrollen, Ärztekrepp, Toilettenpapier, Servietten und Handtuchpapier (Falthandtücher oder Papierhandtuchrollen) werden im Allgemeinen als Hygienepapier bezeichnet.

    Hygieneplan Hygienepläne finden Anwendung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Arztpraxen. Sie schreiben konkrete Verhaltens- und Vorgehensweisen im täglichen Arbeitsablauf vor, insbesondere in Bereichen, in denen aseptisches Arbeiten erforderlich ist. Ziel ist es, die gesetzten Hygienestandards einzuhalten und das Risiko nosokomialer Infektionen (sogenannte Krankenhausinfektionen) so niedrig wie möglich zu halten. Hygienepläne dienen auch der Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Pharmabranche.

    Hygienespender Hygiene-Spendersysteme wie beispielsweise Handtuchspender, Seifenspender oder Toilettenpapierspender dienen zur hygienischen Abgabe von Hygienepapieren, Hautreinigungsmitteln, Hautschutzmitteln und Hautpflegemitteln in Waschräumen und an anderen Orten wo Hygiene besonders wichtig ist.

    Hygienische Handdesinfektion Einreiben alkoholischer Präparate in die trockenen Hände für länger als 30 Sekunden. Durch die hygienische Handdesinfektion werden deutlich mehr Keime reduziert als durch die hygienische Händewaschung. Zusätzlich wird eine Verbreitung von Mikroorganismen in die Umgebung, wie bei der hygienischen Händewaschung möglich, vermieden. Ein weiterer Vorteil: diese Desinfektionsmethode ist unabhängig vom Vorhandensein einer Waschgelegenheit und kann überall Anwendung finden.

    Hygienische Händewaschung Dekontaminierende Händewaschung mithilfe antibakterieller Seifen und Waschlotionen. Je nach Desinfektionsseife werden die unterschiedlichsten Viren, Pilze und Bakterien abgetötet.

     
    I
     

    IfSG Infektionsschutzgesetz – Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen.

    IHO Der IHO ist ein Wirtschaftsverband, welcher die Produzenten professioneller Wasch-, Putz, Reinigungs-, Oberflächenbehandlungs- und Desinfektionsmittel repräsentiert. Die IHO-Viruzidie-Liste führt wirksame Desinfektionsmittel zur Hände-, Instrumenten- und Flächendesinfektion auf. IHO steht für „Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz für industrielle und institutionelle Anwendung e. V.“.

    Indikationen hygienische Händedesinfektion Es gibt fünf typische Situationen im medizinischen Bereich, in denen das Risiko einer Übertragung von Infektionen zwischen Patient und Personal besonders hoch ist. Diese machen eine hygienische Händedesinfektion dringend notwendig:
    1. Vor Patientenkontakt
    2. Vor aseptischen Tätigkeiten
    3. Nach Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien
    4. Nach Patientenkontakt
    5. Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung

     
    K
     

    Kontaktkeime Krankheitserreger, die sich auf einer unbelebten Oberfläche befinden. Eine Keimübertragung auf den Menschen durch Berührung ist möglich.

    Kreuzkontamination Übertragung von Keimen von einem kontaminierten Objekt/Person per Überträger (Hände, Arbeitswerkzeuge, etc.) auf andere Objekte/Personen. In der Großküche können beispielsweise Keime von einem kontaminierten Fleischstück beim Schneiden mit einem Messer von der Metallschneide aufgenommen werden und bei nicht erfolgter Reinigung auf andere, zuvor keimfreie Lebensmittel übertragen werden.

     
    L
     

    Langzeitwirkung Maß für die Verringerung der Hautflora, nachdem nach Beendigung der chirurgischen Händedesinfektion für die Dauer von drei Stunden chirurgische Handschuhe getragen wurden.

    Lebensmittelhygiene-Verordnung Die Nationale Lebensmittelhygiene-Verordnung, kurz LMHV, ist eine Regelung für die Produktion, Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung aller Nahrungsmittel. Alle lebensmittelverarbeitenden Betriebe müssen laut LMHV mithilfe des HACCP Konzepts:
    1. Alle Arbeitsstufen ermitteln, die zur Lebensmittelsicherheit im Betrieb notwendig sind.
    2. Diese überwachen.
    3. Diese dokumentieren.
    4. Für angemessene Sicherheitsmaßnahmen Sorge tragen.
    Die europäischen Verordnungen zur Lebensmittelhygiene (852/2004; 853/2004 und 854/2004) stimmen weitestgehend mit denen der LMHV überein.

    Levurozidie Wirkung gegen Hefepilze. Wird im Versuch i. d. R. gegen Candida albicans getestet.

    Log10-Stufen Maßeinheit für die Beschreibung der Keimreduktion.

     
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    Mesophile BakterienBakterienarten, die optimal bei Temperaturen von 25 bis 40°C wachsen.

    Mikroorganismen Sehr kleine, nur unter dem Mikroskop erfassbare Lebewesen. Zu den Mikroorganismen zählen: Bakterien, Pilze, Hefen, Algen. Viren jedoch gelten nicht als Mikroorganismen, denn sie können sich nicht selbstständig reproduzieren und verfügen über keinen eigenen Stoffwechsel.

    MRSA Methicillin-resistenteStaphylococcus aureus-Stämme. MRSA sind die am häufigsten vorkommenden antibiotika-resistenten Erreger innerhalb und außerhalb von Krankenhäusern. Anfänglich resistent gegenüber allen Antibiotika mit Betalaktam-Struktur, reagieren MRSA mittlerweile auch gegenüber weiteren Wirkstoffgruppen als unempfindlich, sprich, sie sind multiresistent geworden.

    Multiresistente Keime Bakterien, die gegen mehrere Antibiotika resistent geworden sind. Beispielsweise MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) oder VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken-Stämme) oder ESBL (Extended Spectrum Beta-Lactamase bildende gramnegative Bakterien).

     
    P
     

    Peressigsäure Auch Peroxyessigsäure (PES) genannt. Wird aufgrund ihrer stark oxidierenden Wirkung auch als Desinfektionsstoff eingesetzt, beispielsweise bei der Flächen- und Instrumentendesinfektion. Wirksam gegen gram-negative Bakterien, Pilze und Viren.

    Piktogramme für Gefahrengut Die aktuellen Gefahrenpiktogramme der GHS- bzw. CLP-Verordnung erkennt man an der rot umrandeten Raute mit weißem Hintergrund. Sie greifen teilweise die veralteten Gefahrensymbole der EU-Richtlinie 67/548/EWG auf, es gibt allerdings auch deutliche Unterschiede. Eine genaue Übersicht über das neue und alte Piktogrammsystem finden Sie bspw. auf Wikipedia. Die Art der Gefahr wird durch die Gefahrenklassen wiedergegeben. Die Abstufung der Gefahr innerhalb einer Gefahrenklasse erfolgt durch die Unterteilung in Gefahrenkategorien (hazard category).

     


    Gefahrenklasse nach GHS / CLP

     


    Gefahrenbezeichnung*

    Instabile explosive Stoffe, Gemische und Erzeugnisse
    mit Explosivstoff(en), selbstzersetzliche Stoffe
    und Gemische, Organische Peroxide
    Explosionsgefährlich (E)
    Entzündbar, selbsterhitzungsfähig, selbstzersetzlich,
    pyrophor, wasserreaktiv, Organische Peroxide
    Hochentzündlich (F+) /
    Leichtentzündlich (F)
    /Entzündlich
    Entzündend (oxidierend) wirkend Brandfördernd (O)
    Gase unter Druck, verdichtete, verflüssigte,
    tiefgekühlt verfl., gelöste Gase
      (keine Entsprechung)
    Auf Metalle korrosiv wirkend, hautätzend,
    schwere Augenschädigung
    Ätzend (C)
    Akute Toxizität Sehr giftig (T+) / Giftig (T)
    Das Ausrufezeichensymbol kann der alleinigen
    oder zusätzlichen Kennzeichnung diverser Kategorien dienen.
    Reizend (Xi)
    Diverse Gesundheitsgefahren Gesundheitsschädlich (Xn)
    Gewässergefährdend Umweltgefährlich (N)
    *veraltet (nach EU-Richtlinie 67/548/EWG)?

    Pre-Prepared-Verfahren Die Pre-Prepared-Methode zur Bodenreinigung wird eingesetzt um Keimverschleppungen und Kreuzkontaminierungen vorzubeugen. Die Mopps werden in einer Präparationsbox zentral aufbereitet, indem sie gefaltet in die Box gelegt und mit der Reinigungs- oder Desinfektionslösung übergossen werden. Anschließend werden sie ganz hygienisch in luftdicht verschlossenen Boxen zum Einsatzort transportiert (z. B. mit einem Reinigungswagen). Zur Bodenreinigung werden die Mopps berührungslos an die Halterung angebracht und nach der Verwendung direkt entsorgt.

    Pre-Wash-Verfahren Die Pre-Wash-Methode wird beim Umgang mit Reinigungsmopps eingesetzt, um Keimverschleppungen und Kreuzkontaminierungen vorzubeugen. Die Mopps werden in einer Waschmaschine zentral aufbereitet. Im letzten Spülgang wird die Anwendungslösung in die Maschine gegeben. Anschließend werden die Mopps nach dem Schleudern mit genügend Restfeuchtigkeit entnommen. Danach werden sie ganz hygienisch in luftdicht verschlossenen Boxen zum Einsatzort transportiert (z. B. mit einem Reinigungswagen). Zur Bodenreinigung werden die Mopps berührungslos an die Halterung angebracht und nach der Verwendung direkt entsorgt.

     
    S
     

    Schüttmethode Bodenreinigungsverfahren für hygienesensible Bereiche. Je nach Raumgröße wird mit einem Messbecher eine vorgefertigte Reinigungslösung aus dem Eimer entnommen und über den Mopp und die Mopp-Halterung geschüttet. Alternativ kann die Lösung direkt auf den Boden geschüttet werden. Diese Methode verhindert eine Verschleppung von Keimen, da immer wieder saubere Reinigungslösung aufgebracht wird. Zudem entsteht keine Schmutzflotte (Schmutzwasser).

    Sicherheitshinweise siehe GHS-Verordnung

    Sprühmethode Reinigungsmethode zur punktuellen Zwischenreinigung. Die Reinigungslösung wird über einen Druckpumpzerstäuber verteilt und anschließend mit einem Mopp oder Tuch weggewischt. Die Anwendungslösung ist stets sauber, da kein direkter Hautkontakt besteht.

     
    T
     

    Trockenreinigung Bodenreinigungsmethode zur Entfernung loser, nicht anhaftender Verschmutzungen. Der Boden wird beispielsweise mit einem trockenen Mopp gereinigt. Lose Verschmutzungen binden sich an die Fasern des Mopps und werden entfernt. Das Ergebnis ist ein sauberer, trockener Boden. Geeignet zur Vorreinigung polierter oder beschichteter Bodenbeläge.

     
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    Viruzid Eine Substanz (z. B. Händedesinfektionsmittel & Flächendesinfektionsmittel), die behüllte und unbehüllte Viren unschädlich macht und abtötet. Desinfektionsmittel mit der Bezeichnung "begrenzt viruzid" sind nur gegen behüllte Viren wirksam. Viruzid wirkende Hände-Desinfektionsmittel enthalten meistens einen erhöhten Wirkstoffanteil oder zusätzlich Phosphorsäure. Phosphorsäure kann sich jedoch negativ auf die Haut auswirken. Um die Haut zu schonen empfiehlt es sich daher, das Hand-Desinfektionsmittel dem jeweiligen Erregerrisiko entsprechend einzusetzen:
    1. Für die tägliche Routine: Benutzen Sie ein begrenzt viruzides oder begrenzt viruzid PLUS Desinfektionsmittel.
    2. Beim Auftreten von Adeno-, Rota- oder Noroviren: benutzen Sie ein begrenzt viruzid PLUS oder ein viruzides Desinfektionsmittel.
    3. Beim Auftreten von anderen unbehüllten Viren: Benutzen Sie ein viruzides Händedesinfektionsmittel.

     
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    Waschraumhygiene Als Waschraumhygiene bezeichnet man die hygienische Einrichtung von sanitären Anlagen wie Bäder oder WC-Anlagen. In öffentlichen Waschräumen werden in der Regel sogenannte "Hygienespender" wie Seifenspender, Toilettenpapierspender und Handtuchspender in Waschräumen verbaut. Seife, Desinfektionsmittel und Hygienepapier (Handtuchpapier und Toilettenpapier) können somit hygienisch von den Benutzern entnommen werden.

     
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    Zweistufige Nasswischverfahren Bei diesem Nasswischverfahren wird der Boden mit einem nassen Mopp gewischt, um ihn zu desinfizieren und den Schmutz zu lösen. Im zweiten Schritt werden der Schmutz und die Bakterien mit einem frischen Mopp aufgenommen und der verbleibende Feuchtfilm trocknet in kurzer Zeit. Ein Schichtaufbau wird verhindert und die Fläche wird garantiert mit ausreichend Lösung benetzt. Auch Bezug-Wechsel-Methode oder Zwei-Bezugs-Methode genannt.